Gesundheitsforum des Kreiskrankenhauses Rotenburg a. d. Fulda: Infoabend zum Thema Kunstgelenk

 

Rotenburg a. d. Fulda – Unter dem Titel „Kunstgelenk – Lebensqualität ohne und mit Kunstgelenk“ hat das Kreiskrankenhaus Rotenburg a. d. Fulda am Montag, den 27. April 2026, zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Gesundheitsforum eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, umfassend über die Volkskrankheit Arthrose, deren Behandlungsmöglichkeiten sowie den Einsatz von Kunstgelenken zu informieren – und dabei insbesondere die Lebensqualität der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen.

 

Gleich zu Beginn machte Dr. med. Markus Mende, Sektionsleiter der Klinik für Orthopädie, Endoprothetik und Rheumaorthopädie, deutlich, wie verbreitet das Krankheitsbild ist: „Arthrose ist keine seltene Erkrankung, sondern betrifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung – insbesondere im höheren Lebensalter. Viele Menschen nehmen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen lange hin, obwohl wir heute vielfältige Möglichkeiten haben, frühzeitig gegenzusteuern.“ Dabei betonte Mende, dass Arthrose nicht zwangsläufig sofort eine Operation nach sich ziehen müsse:

 

Konservativen Behandlungsmethoden:

Dazu zählen Physiotherapie, gezieltes Muskeltraining, Gewichtsreduktion sowie medikamentöse Ansätze.

Oberärztin Dr. Buchmann-Gassen erläuterte: „Viele Patientinnen und Patienten unterschätzen, welchen Einfluss gezielte Bewegung und Muskelaufbau auf die Gelenkstabilität haben. Ein gut trainiertes Umfeld kann Schmerzen deutlich reduzieren und den Krankheitsverlauf verlangsamen.“ Er ergänzte: „Es geht nicht darum, Belastung komplett zu vermeiden – sondern sie sinnvoll zu dosieren. Bewegung ist und bleibt ein entscheidender Faktor für die Gelenkgesundheit.“ Dies bestätigte Oberin Krause-Heid als selbst betroffene und berichtete von ihrer erfolgreichen Gewichtsreduktion.

 

Wann ist ein Kunstgelenk sinnvoll?

Im weiteren Verlauf widmete sich der Vortrag der Frage, wann ein Gelenkersatz tatsächlich notwendig wird. Hierzu erklärte Mende: „Ein Kunstgelenk kommt dann in Betracht, wenn die Schmerzen dauerhaft bestehen, konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist. Die Entscheidung treffen wir immer gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten.“ Dabei hob er die Fortschritte in der modernen Endoprothetik hervor: „Die heutigen Implantate sind langlebig, funktional und ermöglichen oft eine erstaunlich schnelle Rückkehr in den Alltag. Viele Patientinnen und Patienten sind nach der Operation deutlich aktiver als zuvor.“ Drei Patienten mit Kunstgelenken berichteten von ihren Alltagsaktivitäten.

 

Reger Austausch mit dem Publikum

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Referenten. Dabei standen individuelle Fragen im Mittelpunkt – von konkreten Beschwerden über Operationsabläufe bis hin zu sportlichen Aktivitäten nach einem Gelenkersatz.

Die offene Gesprächsatmosphäre wurde von den Teilnehmenden besonders geschätzt. Viele berichteten, dass sie durch die Veranstaltung wertvolle Orientierung für ihre eigene Situation gewinnen konnten.

 

Fazit

Das Gesundheitsforum zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Aufklärung und frühzeitige Information bei chronischen Gelenkerkrankungen sind. Mit fundierten medizinischen Einblicken und praxisnahen Empfehlungen gelang es den Referenten, Ängste abzubauen und Perspektiven aufzuzeigen.

Oder, wie Dr. Mende es abschließend formulierte: „Unser Ziel ist nicht nur Schmerzfreiheit – sondern Lebensqualität. Und dafür gibt es heute mehr Möglichkeiten denn je.“

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